Osterzopf
Die kommenden drei Beiträge werde ich meine Rezepte zum diesjährigen Osterfest veröffentlichen. Das Osterwochenende war diesmal echt gut gefüllt: An Gründonnerstag war großer Kindergeburtstag angesagt. Karfreitag und Karsamstag eher ruhig, aber viel vorbereitet - wie diesen Osterzopf und auch das Lamm für Montag - und dann zwei Tage Feierei und Völlerei…
Den Ostersonntag haben wir mit unseren Nachbarn verbracht. Deren Tochter ist im gleichen Alter wie unsere und die beiden sind beste Freundinnen seit Tag 1. Da müssen natürlich auch die Ostereier und Geschenke des Osterhasen zusammen gesucht werden!
Wir Erwachsenen genießen diesen Tag dann mit einem ausgiebigen Brunch. Eigentlich ist brunchen nicht so das Meine, zu viel Essen zu früh am Morgen. Aber an Ostern ist das was anderes. Oder im Hotel. Ich liebe ein ausgiebiges Frühstück im Hotel…
Zum Brunch habe ich einen Osterzopf gebacken. Das Originalrezept ist von der wunderbaren Frau Zimmel aus Wien auf ihrem Blog zu finden. Die Kardamom und Safrannote ist echt der Hammer. Und dadurch wird der Zopf auch noch mal besonders gelb. Sehr hübsch und unglaublich lecker.
Seit 2 Jahren backe ich ihn nun mit meiner Lievito Madre (sie hat auch im April Geburtstag ;-)). Das verändert die Zubereitung etwas. Die Mengenangaben musste ich ehrlich gesagt nicht wirklich verändern im Vergleich mit normaler Hefe. Ersetzt ggfs 1 gr frische Hefe mit ca. 10 gr LM bzw andersherum.
Osterzopf nach Frau Ziii (reicht locker für die Großfamilie)
Zutaten:
500 gr Mehl Type 405
150 gr LM
250 gr Milch
2 TL Salz
70 gr Butter (geschmolzen)
70 gr Zucker
1 Vollei & 1 Eigelb
4-5 Kardamomkapseln
1/2 TL Safranfäden
Zum Bestreichen: 1 Eigelb & etwas Milch, verquirlt
Zubereitung:
Wenn ihr den Zopf am Ostersonntag früh backen wollt, fangt ihr am besten am Karfreitag mit dem Auffrischen der Lievito Madre an. Bei süßen Hefegebäcken, speziell wenn sie viel Butter und Ei enthalten, empfehle ich aus meiner Erfahrung heraus, die LM auf den Punkt mind. 3 mal hintereinander aufzufrischen.
Zum Auffrischen 80 gr LM, 80 gr Mehl (Type 550, bio) und 50 gr Wasser zu einem Teig vermengen. An einem warmen Ort (ca 26° C - unter der Spüle oder im Ofen bei angeschaltetem Ofenlicht) so lange gehen lassen, bis die Teigmenge sich verdoppelt hat. Dazu nimmt man am besten ein hohes Weckglas. Meine LM braucht dafür so 2-4 Stunden. Den Vorgang dann noch zweimal direkt wiederholen, so dass man abends die LM auf dem Punkt aufgefrischt hat (sie sollte zum Zeitpunkt der Teigherstellung sich gerade verdoppelt haben. Dann hat sie die meiste Kraft.)
Den Safran sowie die ausgelösten Kardamomkapseln im Mörser zu einem feinen Pulver zerstoßen und einen kleinen Schuß der Milch angießen.
Die Milch mit der LM mit dem Schneebesen verquirlen, bis die LM sich komplett in der Milch aufgelöst hat. Die Mischung Zimmertemperatur oder etwas mehr annehmen lassen (im Ofen/unter der Spüle).
Das Mehl mit dem Zucker und dem Salz vermischen. Die Safranmischung dazugeben und die LM-Milch. Mit der Küchenmaschine auf niedrigster Stufe zu einem kompakten Teig verkneten. Das darf schon gut und gerne 15 Minuten dauern.
Anschließend zunächst langsam die geschmolzene Butter einarbeiten, bid der Teig sie komplett aufgenommen hat. Die Butter dabei nicht auf einen Schlag eingeben. Danach zunächst das Eigelb, dann das Vollei ebenfalls jeweils komplett einarbeiten lassen, bevor man das zweite dazugibt.
Den Teig nun im Kühlschrank für einen Tag gehen lassen.
An Karsamstag am Abend den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, leicht auf Zimmertemperatur kommen lassen und den Zopf formen. Ich mache gerne klassisch einen aus drei Strängen. Den Zopf auf das mit Backpapier ausgelegt Blech geben, mit Frischhaltefolie abdecken und zurück damit in den Kühlschrank.
Am Ostersonntag den Backofen auf 160° C vorheizen. Den Zopf etwas Temperatur annehmen lassen und mit der Ei-Milch-Mischung bepinseln. Dann für ca 40 Minuten im Ofen goldbraun backen. Vor dem Verzehr kurz etwas abkühlen lassen.
Guten Appetit!
Für eiligere Menschen: Man kann bei der Backweise mit LM die zweite Gare (den Karsamstag über) auch weglassen. Ich finde, dem Teig tut es gut, es ist aber nicht zwingend nötig.
Wer mag, kann auch gerne Rosinen dazugeben. Hier mag die außer mir keiner, daher lasse ich sie weg.